Zwischen Führerstand und Ausbildung: Ein Beruf voller Abwechslung
Christian, Triebfahrzeugführer und Praxisausbilder
Christian berichtet über seinen Weg zum Triebfahrzeugführer und seinen abwechslungsreichen Arbeitsalltag bei der ODEG
Vom Auszubildenden zum Triebfahrzeugführer und Praxisausbilder. Christian berichtet über seinen beruflichen Werdegang bei der ODEG, die besonderen Herausforderungen seines Berufs und darüber, warum für ihn kein Arbeitstag wie der andere ist.
Lieber Christian, danke, dass du dir die Zeit für unsere Fragen genommen hast. Erzähle doch bitte kurz über deinen bisherigen Werdegang.
Meine Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst (EiB) habe ich 2017 begonnen und 2020 erfolgreich abgeschlossen. Danach bin ich in Berlin als Triebfahrzeugführer gestartet. Nach kurzer Zeit wurde ich für drei Jahre nach Stralsund versetzt, wo ich bis 2023 tätig war. Seit Oktober 2023 bin ich als Triebfahrzeugführer in Eberswalde eingesetzt und übernehme zusätzlich die Aufgabe als Praxisausbilder.
Was ist ein Mythos über deinen Beruf, den du gerne einmal aufklären würdest?
Ich glaube einer der größten Mythen ist, dass man als Triebfahrzeugführer einfach nur den Hebel nach vorne oder hinten legt und dann fährt. Das ist natürlich bei Weitem nicht alles. Man muss jede Menge Vorschriften kennen und beachten, Signale richtig deuten, mit unterschiedlichen Fahrzeugen umgehen können und vor allem auch mit Situationen klarkommen, die man vorher nicht planen kann.
Genau das macht den Beruf aber auch so spannend. Es gibt immer wieder neue Situationen und eigentlich sieht kein Arbeitstag genau gleich aus.
Gibt es eine Strecke oder einen Ort in Brandenburg, den du durch deinen Beruf ganz neu kennengelernt hast?
Definitiv die Strecke des RE5 zwischen Oranienburg und Fürstenberg. Die war für mich schon früher etwas Besonderes, weil sie einen großen Teil meiner Familie miteinander verbunden hat. Durch Überführungsfahrten und den RE85 hatte ich dann irgendwann die Möglichkeit, die Strecke noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen. Ich fahre dort bis heute immer wieder gerne entlang.
Und durch meine Tätigkeit an der Meldestelle Eberswalde habe ich mittlerweile eigentlich fast jeden Meter Schiene in Brandenburg gesehen. Trotzdem entdeckt man immer wieder etwas Neues. Mal ist es ein interessantes Gebäude, mal eine schöne Landschaft oder irgendein kleines Detail entlang der Strecke, das einem vorher nie aufgefallen ist.
Was ist dein persönlicher Geheimtipp, um auch unter Zeitdruck einen kühlen Kopf zu behalten?
Wenn es mal hektisch wird, unbedingt Prioritäten setzen. Ich überlege mir in solchen Situationen immer: Welcher Schritt bringt mich am schnellsten und effektivsten zu dem Ergebnis, das ich erreichen möchte?
Gerade auf der Werkstattgelände in Eberswalde kann, das einen großen Unterschied machen. Mit ein paar klugen Entscheidungen kann man sich dort unter Umständen stundenlange zusätzliche Arbeit sparen.
Was macht die Arbeit bei der ODEG für dich so besonders?
Was ich besonders schätze, ist, dass ich mich trotz der mittlerweile großen Anzahl an Kollegen nicht wie eine Nummer im System fühle. Ich pflege eine gute Beziehung in allen Richtungen. Die Leitstelle weiß, was sie an mir haben, die Azubis kommen gern zu mir, mit der Dienstreglung kann ich über alle Sorgen und Nöte sprechen und mit den Kollegen auf dem Zug gibt es sowieso immer etwas, worüber man diskutieren, lachen und ja, manchmal auch meckern kann.
Zudem habe ich durch meine Meldestelle in Eberswalde die maximale Abwechslung auf Arbeit. Selten weiß ich vorher schon, was am nächsten Tag ansteht und wo die Reise hingeht.
Vielen Dank für das Gespräch!
Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer (m/w/d)
Steig auf den Führerstand! Mit dir bringen wir Bewegung auf die Schiene.