Tobias

Triebfahrzeugführer

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ – Tobias hat seinen Kindheitstraum bei der ODEG verwirklicht

Tobias wollte schon als Kind Lokführer werden. Doch wie so oft im Leben kam es zunächst anders. Erst viele Jahre später – mitten in der Corona-Zeit – brachte ihn ein Video der ODEG dazu, seinen Traum noch einmal neu zu denken. Heute ist er Triebfahrzeugführer in der Netz Elbe-Spree (NES), fährt unter anderem auf der Linie RE1 und ist zudem offizieller TRAINfluencer der Allianz pro Schiene. Im Interview erzählt er von Motivation, Verantwortung und dem Moment, als er zum ersten Mal selbst einen Zug steuerte.

Lieber Tobias, erzähl uns bitte kurz von deinem Werdegang. Warum hast du dich damals für einen Quereinstieg bei der ODEG entschieden?
Ich wollte ursprünglich schon als Kind Lokführer werden. Aber wie wir alle wissen, kommt es im Leben oft anders als gedacht. Trotzdem war ich immer glücklich in meinem Beruf. Nebenbei habe ich immer wieder Eisenbahnsimulatoren gespielt und mich an Bahnstrecken oder Bahnhöfen dabei ertappt, wie ich fasziniert den Zügen zugeschaut habe.
Mitten in der Corona-Zeit habe ich dann ein Video der ODEG gesehen. Ein Kollege erzählte dort quasi meine Geschichte und beendete sie mit den Worten: „Und dann habe ich mich gefragt: Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Dieser Satz ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Also habe ich mich einfach beworben.

Wie hast du die Qualifizierung erlebt?
Machen wir uns nichts vor: Die Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer ist kein Spaziergang. In nur (damals) elf Monaten lernt man einen kompletten Beruf mit fast all seinen Facetten. Das ist anspruchsvoll, intensiv und definitiv nicht leicht.

Aber schon in den ersten Wochen kommt ein ganz besonderes Gefühl auf: Bald darf man das tun, wovon man vielleicht schon seit der Kindheit träumt – einen echten Zug selbst fahren. Diese Vorstellung sorgt immer wieder für Motivationsschübe von ganz allein. Und das Schöne ist: Man ist nie alleine. In den Kursen sitzen Menschen, die genau in der gleichen Situation sind. Wenn man sich gegenseitig unterstützt, wird vieles leichter. Auch die Ausbilder stehen jederzeit für eine Extrarunde Lernen bereit – man muss sie nur ansprechen.

Wie war es für dich, zum ersten Mal einen Zug selbst zu fahren?
Bei mir war es der STADLER KISS – damals das größte Fahrzeug unserer Flotte. Nachdem ich mich gemeinsam mit meinem Ausbilder im Führerstand eingerichtet hatte, ging es los. Und plötzlich war es meine Hand, die den Zug in Bewegung setzte. Freude und Aufregung wechselten sich in Sekundenschnelle ab. Nach der Schicht bin ich gefühlt nach Hause geflogen. Was man sonst nur aus Filmen kennt, macht man auf einmal wirklich selbst. Später, auf meiner ersten Alleinschicht, bin ich von Berlin bis nach Wismar gefahren. Ich erinnere mich noch heute an fast jeden Moment und an den Stolz, den ich empfand, als ich in Wismar in der Sonne saß und wusste: Ich habe es geschafft. Das vergesse ich nie.

Du fährst in der Region NES, insbesondere auf der RE1. Was macht diese Strecke besonders?
Zum einen verbindet die RE1 gleich drei Metropolregionen. Zum anderen fahren wir dort die längsten und neuesten Züge unserer Flotte. Tausende Reisende verlassen sich täglich darauf, dass wir sie pünktlich und vor allem sicher an ihr Ziel bringen – zur Arbeit, ins Theater oder in die Freizeit. Das ist eine große Verantwortung, aber auch eine tägliche Portion Stolz. Und ganz nebenbei fahre ich durch eine der schönsten Regionen Deutschlands mit dem besten Ausblick im Zug.

Du bist außerdem offizieller TRAINfluencer der Allianz pro Schiene. Was steckt dahinter?
Ein TRAINfluencer berichtet auf Social Media mit Bildern oder Videos aus dem Arbeitsalltag bei der Bahn. Ziel ist es, Menschen Einblicke zu geben und zu erklären, warum bestimmte Dinge im Bahnbetrieb so sind, wie sie sind. Warum kann man einen vorausfahrenden Zug nicht einfach überholen? Warum sind Verspätungen manchmal unvermeidbar? Wie lebt man eigentlich in der Welt der Eisenbahn?

Da ich zuvor viele Jahre als Journalist gearbeitet habe, kann ich solche Geschichten gut erzählen. Als ich gefragt wurde, ob ich bei den TRAINfluencern mitwirken möchte, musste ich nicht lange überlegen. Wenn ich meine Fähigkeiten einbringen und damit auch meinem Unternehmen helfen kann, dann ist das für mich eine Win-win-Situation.

Was würdest du anderen empfehlen, die überlegen, den Quereinstieg zum Triebfahrzeugführer zu wagen?
Hör auf, nur davon zu träumen. Mach es einfach. Und hab keine Angst. Alles, was man wissen muss, wird bei der ODEG ausführlich vermittelt.
Es ist nicht leicht, und es ist kein klassischer Bürojob mit festen Arbeitszeiten. Manchmal dauert es länger, manchmal wird es anstrengend. Aber wenn du beim Gedanken daran, selbst einen Zug zu fahren, automatisch lächeln musst – dann warte nicht. Probier es aus. Für mich kann ich sagen: Es lohnt sich wirklich sehr.

Qualifizierung zum Triebfahrzeugführer (m/w/d)

Steig auf den Führerstand! Mit dir bringen wir Bewegung auf die Schiene.

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